Schlaflos in den Schären

So nun will ich doch mal noch einen kleinen Bericht über unsere Ferien mit den Hurtigruten schreiben. Ein Reisebericht würde hier alles sprengen, also werde ich auf die absoluten Höhepunkte beschränken. Wir haben also eine 12 tägige Schiffsreise von Bergen nach Kirkenes und zurück gemacht, mit dem Postschiff der Hurtigruten.

Das Leben an Bord war sehr angenehm, die kulinarischen Höhepunkte seien auch erwähnt. Jeden Abend gab es ein Menue aus regionalen Zutaten wie Fisch, Rentier oder Königskrabben.
Die Kabine geräumig und ruhig gelegen, und alles gut organisiert.
Wer Show und Animation erwartet ist hier fehl am Platz.

Es ist wohl die traditionsreichste und schönste Schiffsroute der Welt. Norwegen ist berühmt für seine hoch aufragenden, majestätischen Bergklippen, die tiefen, malerisch verlaufenden Fjorde und die malerischen Häuschen und Orte an der Küstenlandschaft.

unser Schiff, die Midnatsol

unser Schiff, die Midnatsol

Um es gleich vorweg zunehmen, diese Reise war absolut spitzenmässig. Die Natur hat viel Abwechslung und faszinierende Landschaften zu bieten. Gemütlich mit dem Postschiff alles bewundern zu können, war echt phantastisch. Auch die Ausflüge an Land waren genauso beeindruckend.
Nach dem Ueberqueren des Polarkreises ging die Sonne nicht mehr unter, also 24 Stunden Helligkeit. Das animiert natürlich das Schauspiel zu beobachten und die Müdigkeit lässt lange auf sich warten. Aber selbst in der abgedunkelten Kabine war an Schlaf nicht zu denken. Der Körper vermisste wohl das Eindunkeln und der Schalter blieb auf Tag. Also fuhren wir (fast) schlaflos durch die Schären.

Mitternachtsonne

Mitternachtsonne

Nach der Polarkreisüberquerung wurden wir dann auch noch als Nordlandfahrerinnen getauft, daür kam eigens Neptun an Bord.

Neptun

Neptun

Ja und dann kam auch die abstruse Idee eines taghellen Mitternachtbades bei einer Aussentemperatur von ca 7 Grad. Jedenfalls….. es war einmalig.

Um Mitternacht im Whirlpool auf Deck

Um Mitternacht im Whirlpool auf Deck

Spektakulär waren auch die vielen Engstellen, die das Schiff durchfahren musste, sei es in Fjorde rein, unter Brücken durch, in Häfen rein oder zwischen Inselchen durch.
Tausendmal erprobt und für die Crew kein Problem, aber für uns Landratten war es manchmal schon atemberaubend und wir stellten uns die Frage, wie wird das Schiff nur diese Stelle passieren. Manchmal sahen wir nur kleine Engstellen und oft fuhr das Schiff genau dort, wo wir es nie vermutet hätten.

ob der Platz wohl reicht? es klappt

ob der Platz wohl reicht?
es klappt

Im Fjord

Im Fjord

Knapp am Schlafzimmer vorbei

Knapp am Schlafzimmer vorbei

 

am Hafen

am Hafen

Die grossen Orte/Städte haben uns nicht sonderlich gefallen. Das Meiste ist neu gebaut (im Krieg wurde vieles, fast alles zerstört). Die Architekten waren dabei nicht gerade kreativ. Trondheim hatte dann doch einiges zu bieten. In andern Städten wurden uns  z.b.  das städtische Krankenhaus, oder eine Gedenksäule als „Sehenswürdigkeit“ gezeigt.
In Trondheim gibt es noch Holzhäuser, eine alte Holzbrücke und den Nidaros-Dom zu bewundern. Dieser ist ein Nationalheiligtum und wurde früher als Krönungskirche genutzt.

Alte Lagerhallen in Trondheim

Alte Lagerhallen in Trondheim

Nidaros Dom in Trondheim

Nidaros Dom in Trondheim

Es ist die Natur, die Landschaften, die Norwegen ausmachen und vorallem diese Schiffsreise.

Leuchtturm

Leuchtturm

Küstenlandschaft

Küstenlandschaft

An der Küste

An der Küste

Auf dem Wasser

Auf dem Wasser

Das Nordkap war ebenfalls einer der Höhepunkte. Wettertechnisch hatten wir da auch grosses Glück. Das Wetter ist hier unberechendbar. Oft hüllt sich das Kap in Nebel. Wir aber hatten gute Sicht bei leichter Bewölkung, dann Sonne, und um es uns gleichsam zu zeigen, kam dann noch Nebel auf. Erst am Ende unseres Aufenhaltes fing es dann auch kurz regnen an und zu guter Letzt fielen noch ein paar Schneeflocken.

Rentiere beim Nordkap

Rentiere beim Nordkap

der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes

der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes

Bleiben noch zwei nennenswerte Höhepunkte.

Ein Ausflug führte uns an die russische Grenze. Mit dem Boot fuhren wir an die russische Grenze und Hans unserer Führer achtete akribisch darauf, dass wir selbst mit dem kleinen Finger der Grenze nicht zu nahe kamen. Ein kleiner Fehltritt kann hier immense Folgen haben.

gelb = Norwegen rot= Russland

gelb = Norwegen
rot= Russland

Hans unser Führer

Hans unser Führer

Nebst Geschichte zur Grenze wurden wir von Hans auch über das Leben der Sami informiert. Ein paar Gesänge durften dabei nicht fehlen.

So ja, nun ein letzter Höhepunkt in einer Kette von tollen Erlebnissen. Dieser Ausflug nahm mir wie kein anderer zeitweise den Atem, so beeindruckend war das einmalige Schauspiel.
Freilebende Seeadler aus nächster Nähe zu sehen, einfach genial!

Seeadler im Anflug

Seeadler im Anflug

Seeadler gaanz nah

Seeadler gaanz nah

Im Anflug

Im Anflug

Die Seeadler werden mit Fischen geködert, logisch, dass die frechen Möwen ihren Teil auch abkriegen und sich so viel wie möglich holen.

Sie kann den Schnabel nicht voll genug kriegen

Sie kann den Schnabel nicht voll genug kriegen

Das Reich der Seeadler befindet sich in umittelbarer Nähe des Trollfjordes. Für das Schauspiel sind wir in ein kleines Schiff umgestiegen und fuhren zunächst die Route der Hurtigruten in den Fjord herein, so konnten wir unser Schiff beim Manöver in den Fjord beobachten.

Einfahrt in den Trollfjord

Einfahrt in den Trollfjord

So das war eine kleine Auswahl von unseren Erlebnissen. Wie schon gesagt, es war einfach grandios.

Zum Abschied winken Olaf der Dritte und Erich der Elch aus Norwegen.

Olaf der Dritte und Erich der Elch aus Norwegen

Olaf der Dritte und Erich der Elch aus Norwegen